Dortmunder Aktien-Index
Unternehmen profitiert stark vom neuen Chip-Boom / Dividende für die Aktionäre
Optimistisch: Elmos-Vorstandschef Knut Hinrichs. Foto: Vahlensieck
Der Chiphersteller Elmos wittert Morgenluft. Nach zwei schlechten und einem durchwachsenen Branchen-Jahr erwarten die Hightech-Tüftler aus dem Technologiepark für 2004 einen neuen Chip-Boom. "Das vergangene Jahr hat uns den ersehnten Aufschwung erbracht", sagte Vorstandschef Knut Hinrichs auf der Hauptversammlung. Das Unternehmen konnte 2003 seinen Umsatz um elf Prozent auf 121,4 Mio. Euro steigern, verfehlte damit allerdings seine eigene Prognose leicht.
Elmos profitiert vor allem vom wachsenden Elektronik-Anteil in Fahrzeugen. So befinden sich in stark technik-lastigen Modellen wie dem neuen 5-er BMW bis zu 100 der kleinen Hirne aus Siliziumquarz, deren Herstellung für Elmos das "Brot und Butter-Geschäft" ist. Die Chips werden etwa für ABS-Systeme, Airbag-Module und Gurtstraffer in Autos eingesetzt.
150 Ingenieure arbeiten mittlerweile für die Ideenschmiede, die nach Kundenvorgaben die winzigen Kommandozentralen entwickeln. Allein die neuen Projekte, die bis 2007 in Serienproduktion gehen, haben ein Volumen von mehr als einer Milliarde Euro. "Damit liegen sehr gute Jahre vor uns", so Hinrichs. Durch die Übernahme von Eurasem, einem Hersteller von Spezialgehäusen, sowie den Kauf der US-Drucksensorenfirma SMI ist Elmos zudem auf dem besten Weg, System-Lösungen aus einer Hand anzubieten, was sich in Zukunft positiv auf den Umsatz niederschlagen wird.
Mit einem Ergebnis von mehr als zehn Mio. Euro nach Steuern stieg die Eigenkapitalquote im Konzern auf beneidenswerte 61 Prozent. In der Vergangenheit wurde der Gewinn auf die hohe Kante gelegt, um das Wachstum "aus eigener Kraft" zu finanzieren. Diesmal fließt ein Teil des Konzernüberschusses als Dividende an die Aktionäre zurück.
"Wir freuen uns, als eines der wenigen Unternehmen im Tecdax 30 wieder eine Dividende auszuschütten", so Hinrichs. Mit 13 Cent pro Aktie fällt sie allerdings nach Meinung der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger "sehr mager" aus. Kleiner Trost: Beim Blick auf den Kurszettel konnten die Aktionäre sich in den vergangenen Monaten über kräftige Kursgewinne freuen.
Ende 2003 beschäftigte Elmos 871 Mitarbeiter, davon 565 in Dortmund. Das Durchschnittsalter liegt bei 34 Jahren.
Mittwoch, 28. April 2004 | Quelle: Achim Roggendorf