Warum haben wir eigentlich noch nie über Petra geschrieben? Sie wissen schon: Schwan, weiblich, dauerverknallt in Plastiktretboot, ursprünglich mal dem männlichem Geschlecht zugeordnet. Diese Petra. Eigentlich wohnt sie auf dem Aasee in Münster.
Einmal im Jahr wird sie unter großem Getue in den Allwetterzoo verschifft. Damit sie nicht friert. Und in jedem Frühjahr wieder zurück. Gleiches Getue, besseres Essen: Keine trockenen Körner mehr, sondern lecker Schokolade, Kekse, Schnitzel, Pommes und was Schwäne nach Touristen-Meinung sonst noch gerne verköstigen.
In diesem Winter sollte eigentlich alles anders werden. Tierschützer hatten der Petra eine schöne Holzhütte samt Gäste-WC, Wohnküche und Garage gezimmert. Geräumig genug für eine Großfamilie ausgewachsener dänischer Doggen.
Weil doppelt besser hält, bastelten andere Tierschützer eine zweite Hütte. Diesmal der asiatischen Origami-Technik nachempfunden, ein elegantes Einschwanhaus, näher am Wasser gelegen. Petra mag offenbar beide nicht.
Warum wir das wissen? Weil Petra weg ist. Das undankbare Flattervieh hat die Biege gemacht. Ist ausgeflogen. Offenbar nach Telgte, wie die Spatzen von den Dächern pfeifen. Dort liegt sie jetzt wahrscheinlich in einem heißen Whirlpool, irgendeinen zackigen Höckerschwan neben sich, einen würzigen Algen-Cocktail unter den Schwingen. Also, das ist wirklich das letzte Mal, dass wir uns um diesen Schwan Sorgen machen.