VFL
VfL entwickelt sich sacht
Bochum (wl) - Ein 0:0, das Hoffnung macht - so lässt sich Bochums Kräftemessen mit Werder Bremen wohl am besten resümieren.
Für ihre Datenbank-Seiten im VfL-Stadionheft hatte die Redaktion nach einer aktuellen Serie gesucht, die zumindest Zuversicht suggerieren sollte: "In jedem Heimspiel getroffen", war unter dem VfL-Logo zu lesen und das einzig Verwertbare für eine Mannschaft, die vor dem Vergleich mit Bremen seit sieben Spielen auf einen Sieg wartete.
Nun ist diese Serie nach dem torlosen Vergleich zwar auch pulverisiert, doch für den weiteren Weg des VfL in der Liga waren einige Entwicklungen auf dem Rasen wesentlich bedeutsamer als diese Randnotiz. Die personellen Voraussetzungen vor dem Spiel gegen Bremen waren bekanntermaßen alles andere als günstig. Trainer Marcel Koller konnte erneut nicht seine stärkste Formation aufbieten, außerdem hatten einige der Spieler in der Startformation die Vorbereitung auf das Match nur eingeschränkt mitmachen können. Unter diesen Bedingungen der Bremer Qualität standhalten zu können, schien - wohlwollend formuliert - zumindest schwierig.
Basistugenden
Doch der VfL packte wie schon gegen Borussia Dortmund jene Tugenden aus, die als Basis gelten für das Bestehen in der Bundesliga: Mit Einsatz- und Laufbereitschaft sowie dem gegenseitigen Unterstützen, das Marcel Koller bei Athens 3:0-Sieg in Bremen so gut bei den Griechen gefallen hatte, lieferten die Bochumer dem qualitativ deutlich stärker besetzten Champions-League-Teilnehmer einen veritablen Schlagabtausch. Zur Freude des eigenen Anhangs, der sich mit dem Auftritt seiner Mannschaft absolut zufrieden zeigte.
Bochums Trainer durfte dabei zufrieden registrieren, dass die Alternativen im Kader wieder mehr werden. Und dies gilt nicht nur für Thomas Zdebel, der sich als Leitwolf ins Team zurückgekämpft hat. Bei seinem ersten Saisoneinsatz machte Joel Epalle auf der rechten Bahn einen munteren Eindruck, zeigte Biss in den Zweikämpfen und gab dem Offensivspiel viele Impulse. Zeigt der lädierte Zeh keine Reaktionen, wünscht man sich mehr von diesen Auftritten. Auch der wegen einer Meniskusoperation mehrere Wochen fehlende Daniel Imhof zeigte nach seiner Einwechselung, weshalb der Trainer gerne auf ihn zurückgreift. Der Kanadier lief viele Bälle ab und beruhigte Bochums Aktionen mit sicheren Zuspielen auf die Teamkollegen.
Fehlende Effektivität
Die wenigsten Probleme gibt es in der Abwehrkette, die harmoniert und auch durch den einen oder anderen Wechsel auf den Außenpositionen (Pfertzel, Schröder, Bönig, Christian Fuchs) an Stabilität nicht verliert. Zumal sich auch hinter der Kette Torhüter Daniel Fernandes immer stärker positioniert und gegen Bremen sein bislang bestes Spiel für den VfL bestritt.
Ein Manko, an dem schleunigst gearbeitet werden muss, bleibt die fehlende Effektivität im Spiel nach vorne. Denn ohne Tore wird es schwierig, die Hoffnung auf den Klassenerhalt weiter aufrecht zu erhalten.
Sonntag, 9. November 2008 | Uli Kienel, Ruhr Nachrichten