VfL
"Ball und Gegner müssen ins Tor fliegen" - Außenverteidiger Philipp Bönig fordert noch mehr Vehemenz beim Abschluss
Philipp Bönig: "Müssen einfach noch geiler auf Tore sein". Foto: Archiv
Bochum (wl) - Nach dem siebten Unentschieden in der laufenden Saison war man beim VfL Bochum weit davon entfernt, die Lage in der Liga schön zu reden. "Dass wir dieses Spiel nicht gewonnen haben, ist einfach nicht zu glauben", rang Sportvorstand Thomas Ernst nach dem 1:1 bei Hannover 96 nach Worten, "die Mannschaft darf jetzt auf keinen Fall nachlassen, sonst wird es eng für uns."
In der Tat spitzt sich die Situation für den VfL Bochum zu. Erst ein Sieg in 13 Ligaspielen, nur zehn Punkte auf dem Konto und deshalb platziert in bedrohlicher Nähe zu den Abstiegsrängen. Vier Spiele bleiben den Bochumern noch – darunter drei Begegnungen an der Castroper Straße – um zur Winterpause noch eine halbwegs passable Zwischenbilanz ziehen zu können. "Die nächsten zwei Heimspiele gegen Hertha und den Hamburger SV müssen wir unbedingt gewinnen," fordert Stürmer Vahid Hashemian, der am Freitagabend auch keine plausiblen Erklärungen für die Flaute im VfL-Angriff zur Hand hatte.
Außenverteidiger Philipp Bönig forderte von sich und seinen Teamkollegen, "dass wir einfach noch geiler auf Tore sein müssen." Bönig verlangte noch mehr Vehemenz bei den Abschlüssen, "da müssen der Ball und der Gegner gleich mit ins Tor fliegen." Bochums Offensivkräfte Mieciel, Kaloglu, Freier oder Hashemian waren zwar kurz davor, Bönigs resoluter Forderung nachzukommen, doch entweder fehlte es an Präzision oder Hannovers Torwart Fromlowitz hatte noch seine Finger dazwischen. So wie beim Ausgleich, als er Slawo Freier die Last abnahm und den Endstand verursachte.
Mit dem Auftritt seiner Mannschaft durfte Trainer Marcel Koller weitgehend zufrieden sein, sieht man einmal von Fernandes' Fehler beim Gegentor und der Abschluss-Schwäche ab. Der Schweizer und sein Kapitän Thomas Zdebel bemühten sich, das Positive in den Vordergrund zu stellen. "Selbst in einem Heimspiel haben wir uns noch nicht so viele Möglichkeiten herausgearbeitet", rechnete Zdebel vor, "wir haben nicht nur gekämpft, sondern richtig durchdacht nach vorne gespielt. Wir werden die zum Klassenerhalt notwendigen Punkte holen."
Sonntag, 16. November 2008 | Uli Kienel, Ruhr Nachrichten