Rutten rüffelt Tönnies: Schalke-Trainer hat für Punkte-Forderung kein Verständnis
Aufregung auf Schalke: Trainer Fred Rutten wehrt sich gegen die Forderung des Aufsichtsrats-Vorsitzenden. Foto: dpa
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Gelsenkirchen (wl) - Am Mittwoch auf Schalke: Zunächst ist alles wie immer. Nach dem Training kommt Fred Rutten vom Platz, schreibt lächelnd Autogramme und steht dann den Journalisten Rede und Antwort.
Doch diesmal nimmt das Frage- und Antwortspiel einen völlig ungewohnten Verlauf. Denn: Schalkes Trainer ist verärgert und legt sich mit Clemens Tönnies an. Das ist ohne Zweifel ganz schön mutig. Denn an dem mächtigen Aufsichtsratschef der Königsblauen hat sich sogar Ex-Manager Rudi Assauer die Zähne ausgebissen.
Jetzt hat Tönnies das sportliche Erscheinungsbild der Schalker Mannschaft aufs Korn genommen. In den vergangenen Tagen äußerte er nicht nur mehrfach öffentliche Kritik am sportlichen Erscheinungsbild und stellte zur Überraschung des Vorstands Geld für Neuzugänge in Aussicht gestellt, sondern für die letzten vier Bundesligaspiele in der Hinrunde formulierte Tönnies auch ganz konkrete Forderungen: Zehn Punkte aus vier Spielen!
Die Gegner heißen übrigens Mönchengladbach, Stuttgart, Hertha BSC und Hoffenheim, also keineswegs nur Laufkundschaft, die Schalke gerade in der aktuellen Verfassung locker besiegen kann.Diese Punkteforderung ließ bei Fred Rutten offenbar den Kragen platzen. Dessen oberster Grundsatz lautet: Probleme werden intern besprochen. Und wenn etwas nach außen dringt, kann das Rutten überhaupt nicht leiden. Dann werden sofort drastische Strafen fällig.
Deshalb ging er am Mittwoch auch auf Tönnies los. Ohne ihn namentlich zu nennen, erklärte der Schalker Trainer mit süß-saurer Miene: "Ich habe da einige Aussagen gelesen, die nicht schlau sind. Überhaupt nicht schlau. Das ist nicht meine Art der Kommunikation. So etwas schadet der Mannschaft und dem Verein." Wie tief der Ärger bei Rutten über Tönnies sitzt, wird allein schon an der Tatsache deutlich, dass der Schalker Trainer diese Sätze formulierte, ohne überhaupt danach gefragt worden zu sein.
Zündstoff
Die Kritik an Tönnies lag dem sympathischen Niederländer ganz offenbar auf der Seele und könnte in den nächsten Tagen für noch mehr Zündstoff auf Schalke sorgen. Wird Rutten das Gespräch mit Tönnies suchen? "Nein", sagt der Schalke-Trainer und blockt weitere Fragen zu diesem Thema ab. Aber im Prinzip hat er ja auch schon alles gesagt.
Mittwoch, 19. November 2008 | Frank Leszinski