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Kapitän Bordon redet Klartext: "Wie das ausging, ist ja bekannt"
Marcelo Bordon ist überzeugt: "Wir haben genügend Qualität in unserem Kader." Archivfoto: dpa
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Gelsenkirchen (wl) - Kann der FC Schalke 04 den Kontakt zu den Spitzenteams in der Bundesliga halten oder versinkt die Elf von Trainer Fred Rutten jetzt im Mittelmaß? Das ist die Kardinalfrage, die Schalkes Anhänger vor der schwierigen Auswärtsaufgabe heute Nachmittag beim Spitzenreiter Bayer Leverkusen umtreibt.
Rutten verlangt von seinen Spielern "200 Prozent Konzentration, denn in solch einem Spitzenspiel entscheiden meistens Kleinigkeiten. Das haben wir gegen den FC Bayern München zu spüren bekommen." Diesmal soll aus Schalker Sicht nicht nur die Leistung, sondern auch das Ergebnis stimmen. Wie Mannschaftskapitän Marcelo Bordon die Lage bei den Königsblauen einschätzt, verriet er im Gespräch mit dem Medienhaus Bauer.
Frage: Sind Sie schon in Endspiel-Stimmung?
Bordon: Warum sollte ich das sein?
Weil viele Schalker Fans die Partie in Leverkusen als Endspiel bezeichnen. Verliert Schalke, rutscht die Mannschaft ins Tabellenmittelfeld ab.
Daran denke ich nicht. Jedes Spiel ist für Schalke wichtig. Wir sind ein großer Verein und haben mittlerweile den Anspruch, jede Partie gewinnen zu wollen. Auch die in Leverkusen.
Aber ist mit Blick auf die Tabelle der Stellenwert des Leverkusen-Spiels nicht doch ein besonderer?
Zugegeben, es ist ein sehr wichtiges Spiel. Doch selbst wenn wir verlieren würde, wäre noch nichts entschieden. Die Saison ist definitiv noch lang.
Aber wären im Fall einer Niederlage acht Punkte Rückstand wirklich noch aufzuholen?
Warum denn nicht? Ich kann mich an eine Saison erinnern, da hatten wir als Spitzenreiter sieben Punkte Vorsprung. Wie das ausgegangen ist, ist ja bekannt...
Wie lange haben Sie gebraucht, um das enttäuschende 1:2 gegen die Bayern zu verdauen?
Das hat schon einige Zeit gedauert. Aber ich bin kein Mensch, der sich zu lange mit vergangenen Spielen beschäftigt. Wir müssen nach vorne gucken. Ich weiß, dass letztlich nur die Ergebnisse zählen, doch es gab gegen Bayern auch viele positive Dinge in unserem Spiel.
Was fehlt Schalke zurzeit noch, um in den Kreis der Titelanwärter zurückzukehren?
Wir haben zu einer guten Organisation innerhalb der Mannschaft gefunden. Erst zehn Gegentore in zwölf Bundesligaspielen. Wir haben die beste Abwehr der Bundesliga, das kann sich doch sehen lassen.
Aber vorne fehlt es bisher noch an Durchschlagskraft.
Das hängt aber nicht nur mit unseren Stürmern zusammen. Fußball ist ein Mannschaftssport und kein Tennis. Da muss ein Rad in das andere greifen. Wir haben genügend Qualität in unserem Kader. Davon bin ich überzeugt.
Genug, um Leverkusen zu bezwingen?
Warum denn nicht? Sicherlich hat Leverkusen eine gute Mannschaft, die ihre Stärken in der Offensive hat. Doch wir brauchen uns nicht zu verstecken. In dieser Woche gab es keine internationalen Verpflichtungen für unsere Spieler. Wir konnten uns konzentriert auf Leverkusen vorbereiten. Ich denke, dass wird man heute auf dem Platz auch merken.
Freitag, 14. November 2008 | Frank Leszinski