Schriftliche Stellungnahme: DFB klopft bei Klopp an
Dortmund (wl) – Die Vorkomnisse nach der Bundesliga-Partie des BVB beim Hamburger SV (1:2) könnten für Jürgen Klopp unangenehme Folgen haben. Nach Erhalt der Unterlagen von Schiedsrichter Dr. Jochen Drees forderte der Deutsche Fußball-Bund Dortmunds Trainer am Montag zu einer schriftlichen Stellungnahme auf.
Nach Abpfiff der Partie war Klopp wie berichtet aufs Spielfeld gestürmt – vorrangig, wie er später sagte, um seinen Spielmacher Tamas Hajnal von Drees fern zu halten. Dann aber lieferte sich Klopp mit dem Unparteiischen ein heftiges Wortgefecht.
Es war nicht Klopps erster Disput mit den Unparteiischen in dieser Saison.
Motivierend?
Klopp, dessen Temperament und Emotionalität am Spielfeldrand gern als motivierende Faktoren für seine Mannschaften hingestellt werden, war schon nach den Spielen gegen Hannover (1:1) und Berlin (1:1) mit den jeweiligen Schiedsrichter-Gespannen aneinander geraten.
Sperre droht
Vom Inhalt des Sonderberichts und Klopps schriftlichen Einlassungen wird abhängen, ob der DFB ein Ermittlungsverfahren gegen den Dortmunder Trainer einleitet. Im schlimmsten Fall droht Klopp dann sogar eine Sperre. BVB-Sportmanager Michael Zorc hielte das allerdings für weit überzogen: "Daran glaube ich nicht", sagt er gestern.
Drees hatte nach dem Spiel erklärt: "Herr Klopp hat die Geschehnisse nach dem Abpfiff durch sein Eingreifen mehr provoziert als beruhigt."
Einspruch gegen Kovac-Sperre
Manndecker Robert Kovac, kurz nach Klopp gegen Drees ausfällig geworden ("Ich habe ihm nur gesagt, er habe sich ins Hemd gemacht") und vom Unparteiischen mit Rot bestraft, wurde im schriftlichen Verfahren mit einer Sperre von drei Spielen belegt. Der BVB hat diesem Strafmaß nicht zugestimmt und gestern Einspruch gegen das Urteil erhoben – noch in dieser Woche wird es zu einer mündlichen Verhandlung kommen.
Exempel statuieren
Das harte Strafmaß gegen Kovac erweckt den Eindruck, als wolle der DFB ein Exempel statuieren. Die Flut an Protesten von Trainern und Spielern gegen die Entscheidungen der Schiedsrichter ist Besorgnis erregend.
Montag, 10. November 2008 | Dirk Krampe, Ruhr Nachrichten