BVB
Mit Köpfchen und Cleverness: Petric macht den Unterschied
Trainer Klopp lässt sich gerne auf Diskussionen mit den Schiris ein. Fotoarchiv: dpa
>> großes Bild
Hamburg (wl) - Die Spielstatistik der Bundesliga-Partie Hamburger SV gegen Borussia Dortmund wies die Gäste mit total 14:6-Torschüssen, 17:7-Flanken und 52 Prozent Ballkontakten am Samstag als das überlegene Team aus. Wohl daran lag es, dass man nach dem 1:2 viele Kopf schüttelnde Spieler sah. Alle trugen schwarzgelbe Trikots.
Wie gut, dass Jürgen Klopp auch nach der zweiten Bundesliga-Niederlage unter seiner Regie seinen Humor nicht verloren hatte. Dortmunds Trainer sollte die Szene schildern, die zu Robert Kovacs Roter Karte geführt hatte. Klopp: "Ich lieferte mir ein Lauf-Duell mit dem Linienrichter, der auch zum Schiri unterwegs war, weil sich unsere Spieler beschwerten." Kurze Pause. "Ich habe gewonnen."
Nicht die ersten Diskussionen
Klopps Diskussionen mit dem Schiedsrichter-Gespann haben mittlerweile fast schon Tradition. Nach dem Heim-1:1 gegen Hannover motzte Klopp (zu Recht) lautstark über das nicht gegebene Tor von Kovac, nach dem Heim-1:1 gegen Berlin über den Elfmeter, der die Hertha in Front brachte – diesen konnte man geben. Dass Dortmunds Trainer bei den Schiedsrichtern schon unter Beobachtung steht, deutete Dr. Jochen Drees an – den BVB-Verantwortlichen dürfte das weniger gefallen.
"Keine Beleidigung"
Kovac bestritt später eine Beleidigung des Unparteiischen ("Ich habe nur gesagt, er habe sich vor dem Heimpublikum ins Hemd gemacht") und monierte das, was viele Dortmunder monierten: einige kleinliche Pfiffe, vor allem aber die aus Dortmunder Sicht zu geringe Nachspielzeit von zwei Minuten. Faktisch wurden übrigens drei gespielt.
Defensiv-Problem
Kovac wird dem BVB mindestens im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt am Samstag fehlen, was die Frage aufwirft, wer dann neben Neven Subotic verteidigen kann. Mats Hummels verletzt, Kovac gesperrt – erster und eigentlich einziger Kandidat ist damit Felipe Santana.
Der Mann des Tages in Hamburg war ein ehemaliger Dortmunder: Mladen Petric machte am Samstag den Unterschied aus. Seinen Schubser vor dem 1:0 nennen manche Foul, andere beschreiben das mit "clever". Kapitän Sebastian Kehl meinte: "Mladen ist halt ein abgezockter Hund." Beim 2:0 gewann Petric das Kopfball-Duell gegen Subotic, der HSV profitierte dann vom Stellungsfehler Patrick Owomoyelas, der zugab: "Das war mein Tor".
Starke 2. Hälfte
Dortmunds starke zweite Hälfte, eingeleitet mit Hajnals 1:2 (48.), überstand Hamburg mit Glück schadlos. Ein Spieler vom Typ und der Klasse Petrics aber stellt die Brücke dar auf dem Dortmunder Weg in obere Regionen. Schade, er trägt das falsche Trikot.
Sonntag, 9. November 2008 | Dirk Krampe, Ruhr Nachrichten