Zur Person: Dr. Götz Vollmann
Dortmund (wl) - Die Fans von Borussia Dortmund haben neue Ansprechpartner. Gerade wurden die beiden Fanbeauftragten Jens Volke (35 Jahre) und Sebastian Walleit (26) im Verein eingeführt. Schon im Dezember erhielt auch die Fanabteilung einen neuen Chef. Dr. Götz Vollmann (35) heißt er und ist gebürtiger Sauerländer. Mit ihm im Vorstand arbeiten Guido Schnittker (2. Vorsitzender), Daniel Nowara (Kassierer), Gudrun Overhageböck und Christoph Jaschinski (beide Verwaltung und Organisation).
Zum BVB kam Vollmann langsam, Schritt für Schritt. "Ich war zwar immer schon ein Anhänger des BVB", erinnert sich Vollmann. Doch so richtig entflammt sei seine Leidenschaft erst mit Beginn seines Studiums. Nach seinem Abitur zog Vollmann von Lüdenscheid nach Dortmund und begann 1992 sein Ingenieurs-Studium an der Ruhr-Universität Bochum.
Seit 2001 arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Bochumer Uni und machte 2005 seinen Doktor. "Das ist schon ein stressiger Job an der Uni", gibt Vollmann zu. Auch deshalb muss er seine ehrenamtliche Tätigkeit anders ausrichten als Vorgänger Olaf Suplicki. Einen "immens hohen Aufwand" habe Suplicki betrieben. Etwas, das Vollmann nicht leisten kann und auch nicht will. "Das hier soll keine One-Man-Show sein", betont Vollmann und sagt, dass der Vorstand der Fanabteilung künftig als Team und hinsichtlich der Verantwortungen auf Augenhöhe arbeiten soll. Auch deshalb sei es gut und wichtig, dass der Verein zwei hauptamtliche Fanbeauftragte eingestellt habe, die das Tagesgeschäft übernehmen könnten. Die Fanabteilung solle dagegen mehr "konzeptionell" arbeiten, dafür hat er mit seinem Team einige Ideen entwickelt.
Vollmanns Prioritäten sind klar definiert: "Mein Zeitbudget muss ich begrenzen, zuerst kommen Familie und Job", so Vollmann, Vater einer 19 Monate alten Tochter. Mit seiner Frau habe er lange überlegt, ehe er sich dann zur Wahl gestellt habe. "Ich musste aber einige Gespräche mit meiner Frau führen."
Beruf und Familie sind auch der Grund, aus dem er nicht jedes Spiel der Borussia live verfolgen kann. Eine Dauerkarte beim BVB hat Vollmann nicht. Wenn er künftig im Stadion sei, dann als zahlender Zuschauer. "Ich will keine Sitzplatzkarte vom Verein", so Vollmann. Und mit einer Mitarbeiterkarte in den VIP-Logen zu stehen, sei sicherlich nicht der richtige Ort. "Ich kaufe mir also eine ganz normale Sitzplatzkarte." Im Bereich der Fanstände sei er dann zu finden und auch ansprechbar.
An sein erstes Spiel kann er sich kaum noch erinnern. Nur so viel: "Das könnte ein Spiel gegen Celtic Glasgow gewesen sein", grübelt er kurz. Anfang der 90er Jahre wäre das dann gewesen. Höhepunkte fallen Vollmann dagegen schnell ein. "Natürlich das Champions-League-Finale 1997, auch das 4:0 gegen Mailand oder das Spiel gegen La Coruna."
Doch Vollmann ist auch aufmerksamer Beobachter des Wandels. "Der Erfolg hat in der Vergangenheit häufig Probleme übertüncht, die schon damals existierten." Die Stimme der Fans sei nicht mehr gehört worden. Daran will er mit seinem Team arbeiten.
Mittwoch, 9. Januar 2008 | Carsten Schulte, westline