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Dr. Reinhard Rauball mahnt zu Besonnenheit
Dr. Reinhard Rauball verlangt Vorbildcharakter. Foto: dpa
Dortmund (wl) - Schweigsam zog am Dienstag nach dem Training Jürgen Klopp an den Medienvertretern vorbei. Kein Kommentar mehr zu den Vorkommnissen nach der Bundesligapartie in Hamburg.
Er stieg in sein Sportcoupé und setzte sich in Bewegung Richtung Heimat. An der Autobahnauffahrt Dortmund-Brackel stand Klopp aber schon wieder. Er hatte sein PKW in den Graben gefahren. Klopp blieb unverletzt, sein Wagen wurde leicht beschädigt.
Doch was Klopp derzeit mehr beschäftigt, ist, ob er heil aus den Vorkommnissen des Wochenendes heraus kommt. Das DFB-Sportgericht erwartet bis morgen eine schriftliche Stellungnahme.
Nach der Bundesliga-Begegnung gegen den HSV lieferte sich Klopp – wie berichtet – eine heiße Diskussion mit Schiedsrichter Dr. Jochen Drees. Es sei um die zu kurze Nachspielzeit gegangen, sagte der BVB-Trainer. Der Referee fertigte einen Sonderbericht an, in dem es nicht nur um den Rotsünder Robert Kovac geht, sondern auch um Jürgen Klopp.
Lawine ausgelöst
"Wie das auf den Bildern rüber kam, war das weit weg von dem, was ich vorhatte", sagte Klopp noch am Montag. "Es war nicht geplant. Es tut mir leid, was da jetzt entstanden ist. Mich wird niemand in der Zukunft in der Nähe der Schiedsrichter sehen."
Einsicht ist zu erkennen. Doch Klopps überzogenes Verhalten hat eine neue Lawine im deutschen Fußball ausgelöst. Es wird wieder hitzig über das Verhältnis zwischen Schiedsrichtern, Trainern und Spielern diskutiert.
Klare Worte findet Dr. Reinhard Rauball, Präsident des BVB und Chef der Deutschen Fußball-Liga: "Diese Diskussionen sind nicht positiv für den Fußball." Damit spricht er nicht speziell die Fälle Jürgen Klopp und Robert Kovac an.
Emotionale Auswüchse
Es sind auch die emotionalen Auswüchse von Artur Wichniarek (Arminia Bielefeld) und Claudio Pizarro (Werder Bremen), die nach Bundesliga-Partien vor laufenden Kameras die Schiedsrichterleistungen kritisierten. Dr. Rauball mahnt zu Besonnenheit.
"Die Spieler und Trainer sollen einen Vorbildcharakter haben. Daran müssen diese immer denken", sagt er und empfiehlt den Sportlern einen Blick Richtung England. "Da gibt es keine Schwalben oder Spielverzögerungen. Da wird nicht über die Schiedsrichter gewettert. Manchmal ist weniger einfach mehr."
Nach diesen Regeln wollen alle BVB-Verantwortlichen auch in Zukunft handeln. Diskussionen mit den Schiedsrichtern sollen tabu sein. "Auch wenn es für die Bundesliga-Vereine um die europäischen Fleischtöpfe geht und keiner etwas mit dem Abstiegskampf zu tun bekommen möchte, ist Gelassenheit angesagt", rät Dr. Rauball.
Übrigens: Marcel Schmelzer hat gestern wieder am Mannschaftstraining des BVB teilgenommen.
Dienstag, 11. November 2008 | Thomas Schulzke, Ruhr Nachrichten