BVB
BVB nach 47 Tagen wieder geschlagen
Borussia Dortmund verlor die Auswärtspartie gegen den Hamburger SV mit 1:2. BVB-Mittelfeldspieler Tamas Hajnal schoss den Treffer zum 1:2.Foto: dpa
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Hamburg (wl) - 47 Tage nach dem 1:4 in Mannheim gegen die Bundesliga-Überraschung Hoffenheim gab es für Borussia Dortmund in der Fußball-Bundesliga am Samstag die zweite Saisonniederlage. Den Evergreen beim Hamburger SV verlor der BVB mit 1:2 (0:2). Den Dortmunder Treffer erzielte Tamas Hajnal.
Es war eine unnötige und überflüssige Niederlage - weil Dortmund die ersten 45 Minuten viel zu passiv spielte und zudem in der Innenverteidigung massive Probleme mit den HSV-Angreiferin Olic und Petric besaß. Nach der zweiten Saisonniederlage muss der BVB nun vorerst mit einem Platz im tristen Bundesliga-Mittelfeld leben.
Zidan-Petric
Dortmunds Trainer Jürgen Klopp hatte wie erwartet den Ex-Hamburger Mohamed Zidan als zweite Spitze für den verletzten Nelson Valdez aufgeboten – das Duell Mladen Petric-Zidan, der beiden Spieler, die im Über-Nacht-Transfer am Bundesliga-Auftaktwochenende die Trikots getauscht hatten, sollte am Ende klar an den Ex-Dortmunder gehen.
Petric war an den beiden ersten Treffern der Hanseaten maßgeblich beteiligt: Das 0:1 aus Dortmunder Sicht machte der Kroate per Kopf selbst – vorangegangen war eine lange Ecke von Piotr Trochowski. Erst die Zeitlupe im Fernsehen machte auch deutlich, dass sich Petric vor dem Luftduell mit einem leichten Schubser entscheidend Platz verschafft hatte (9.). Das 2:0 für den HSV bereitete der 27-Jährige dann stark vor: Langer Ball von Joris Mathijsen, Petric eher am Ball als Subotic, die Kopfballverlängerung landete perfekt im Lauf von Ivica Olic, der vom doppelten Stellungsfehler der Dortmunder Owomoyela und Kovac profitierte und auch noch Roman Weidenfeller ausspielte (33.). Olic stand bei der Kopfballverlängerung von Petric dabei nicht im Abseits.
4:2-Chancen bis zur Pause
Die Führung des HSV war verdient – 4:2-Chancen für die Gastgeber zur Pause deuteten aber auch an, dass der HSV aus den wenigen Möglichkeiten das Maximale herausholte. Die beste Chance für den BVB hatte Neven Subotic, dessen Linksschuss von HSV-Schlussmann Frank Rost mit den Fingerspitzen noch an die Latte gelenkt werden konnte (33.).
Für den schwachen Blaszczykowski brachte BVB-Trainer Jürgen Klopp nach der Pause Diego Klimowicz – und bewies damit ein goldenes Händchen. Drei Minuten im Spiel, konnte HSV-Keeper Rost Klimowiczs Kopfball nur nach vorne abklatschen lassen, Hajnal war zur Stelle – nur noch 1:2 (48.). Owomoyela hatte zuvor mustergültig auf den Argentinier geflankt.
Besser im Spiel
Dortmund, vor der Pause im Offensivspiel zu wenig zielstrebig, sofort besser in der Partie. Sebastian Kehl vor der Abwehr bestätigte seine stark aufsteigende Form mit überragenden Zweikampfwerten, seine zuvor blassen Nebenleute Tinga und Kringe nun mit mehr klaren Aktionen. Auch Tamas Hajnal hatte der Treffer Sicherheit gegeben.
Allerdings fehlten die klaren Aktionen vor dem Hamburger Tor – Hajnals Solo mit 20-Meter-Schuss bildete da die Ausnahme. Zuvor hatte Dortmund mehrfach Glück: Bei Olics Flanke, die länger und länger wurde, hatte Weidenfeller noch die Hand dran (55.), zwei Minuten später ging ein Kopfball des Kroaten knapp neben das Tor. Olic erneut im Kopfball-Pech, als er Dortmunds Südkroeaner Lee deutlich übersprang (68.).
Rot für Kovac
Dortmund lockerte nach gut 70 Minuten die Defensive – zwangsläufig ergaben sich für den HSV Konterchancen. Erneut Olic vergab (73.), dann der eingewechselte Buckley frei vor Rost. Aber Abseits. Dortmund drängte auf den Ausgleich, Hamburg spielte die Konter grottenschlecht - und als Klimowicz im Kopfball höher sprang als Silva, musste Rost schon sein ganzes Können aufbieten (82.). Hamburg in der Schlussphase nur noch mit planlosen Befreiungsschlägen - doch der knappe Vorsprung sollte am Ende reichen.
Nach dem Schlusspfiff ging die Partie in die verbale Verlängerung. Erst diskutierte BVB-Trainer Jürgen Klopp mit dem Schiesdrichter auf dem Platz. Dann mischte sich auch noch Robert Kovac ein und sah die Rote Karte aufgrund einer Schiedsrichterbeleidigung.
Sonntag, 9. November 2008 | Dirk Krampe, Ruhr Nachrichten